Der Tabakanbau in Hettigenbeuern gehört mittlerweile der Geschichte an. Rund 120 Jahre war er ein wichtiger Nebenerwerbszweig.
Dass das milde Klima des Talkessels und die Sandböden sich hervorragend für den Tabakanbau eignen, erkannte wohl eine junge Frau aus der Nähe von Karlsruhe, die um 1880 in die Odenwaldgemeinde einheiratete. Auf ihren Kenntnissen aufbauend, entwickelte sich Hettigenbeuern zur einzigen Tabakanbaugemeinde im badischen Odenwald.
In den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts gab bis zu 45 Tabakpflanzer in Hettigenbeuern. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm ihre Zahl kontinuierlich ab. Ende 2000 stellte schließlich der letzte verbliebene Tabakbauer, Theodor Farrenkopf, seine Tätigkeit ein.
Der Tabakanbau bedeutete viel Handarbeit. Diese konnte nur unter Mithilfe der ganzen Familie geleistet werden.
Entsprechend der Wachstumsphasen wurden die Blätter behutsam geerntet.
Aus Hettigenbeuern kamen in erster Linie die hochwertigen Deckblätter für Zigarren.
Nach der Ernte der Tabakblätter mussten sie in der eigenen Scheune auf einem
Fließband geordnet werden. Dort wurden die Tabakblätter zu etwa einem Meter
langen Reihen zusammengesteppt.
Diese Reihen mussten dann in der Scheune über Holzlatten zum Trocknen aufgehängt werden, bevor sie weiterverarbeitet
werden konnten.
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